Geschichte . . .

Die Ursprünge Neuendorfs führen zu dem Kirchspiel Alsfleth. Dieses war neben Langenbrook eines der zwei alten Kirchspiele in der Kollmarer Marsch.

Alsfleth, das direkt an der Elbe auf einer Elbinsel in ungefährer Höhe des heutigen Dorfes Kollmar lag, führte seine Anfänge auf das 11. bis 12. Jahrhundert zurück.

Im 14. und 15. Jahrhundert verwüsteten schwere Sturmfluten die Marsch. Auch das Kirchdorf Alsfleth ging Anfang 1400 in den Fluten unter. Die Überlebenden suchten nun einen freien und sicheren Siedlungsraum, den sie in dem Gebiet zwischen Raa und der Deichlinie des Kaddigfeld (=Moorhusener Feld, Name wahrscheinlich abgeleitet von dem untergegangenen Ort Kodiek oder Koddiek) fanden. Es entstand das „Neue Dorf“.

In einem urkundlichen Vertrag von 1458 wird „Nyendorpe“ erstmals erwähnt. 1463 wurde es als eines der fünf Kirchspiele der Vogtei Haseldorf als „dat nie Dörp“ aufgeführt – als einziges ohne Siegel.

Im Jahre 1494 kaufte Ritter Hans von Ahlefeld das Land Haseldorf von der Schleswig-Holstein beherrschenden dänischen Krone und erwarb damit auch die Dörfer Kollmar und Neuendorf. Das Siedlungsgebiet wurde zum Gut Haseldorf.

Nach dem Tod Hans von Ahlefeld in 1500 erbte sein Sohn Stephan das Gut. Als dieser 1547 ohne eigene direkte Nachkommen verstirbt, erben seine fünf Neffen das Gut Haseldorf und versuchen eine möglichst gerechte Verteilung der Ländereien.

In Folge verwalteten vier verschiedene Besitzer die Kirchspiele Kollmar und Neuendorf:

  • Die Neffen Jürgen und Burchard von Ahlefeld verwalteten nunmehr Kollmar und Neuendorf gemeinsam.
  • Der Neffe Wulf erbte das Kirchspiel Haselau, erhielt aber, um Größengerech-tigkeit zu erlangen, ebenfalls einige Höfe in Neuendorf und Kollmar dazu.
  • Neffe Hans erbte das Kirchspiel Seestermühe. Da dies aber durch Sturmfluten stark zerstört war, erhielt er als Ausgleich das spätere Gut (Gemeinde) Klein Kollmar.
So entstand ein buntes Durcheinander der Besitzungen (Lühnhüserdeich umfasste beispielweise Besitzungen der Grafschaften Seestermühe, Kollmar und Neuendorf).

Ab 1551 kam es unter anderem wegen der geforderten Abgaben für den Deichschutz Seestermühes zu Streitigkeiten, die erst 1623 geschlichtet werden konnten.

Politisch nahm Neuendorf nun einen kurzen Weg:

1660 kaufte der Besitzer Seestermühes Anteile der Grafschaft Haselaus an Neuen-dorf und Kollmar ab. Anno 1716 wurde der diesseits der Au stehende Besitz Haselau selbstständig. Damit gliederte sich die alte Besitzung Kollmar in „Groß Kollmar“ und der neue Besitz in das Gut „Klein Kollmar“ auf. Erst mit der neuen Gemeindeordnung 1938 wurde das Durcheinander der Gemein-dezugehörigkeit vollends beseitigt. Unter anderem erfolgte hierdurch auch die Auftei-lung der Grenzgebiete Lühnhüserdeich und Moorhusen in die heutigen Gemeinde-grenzen.

Historisch begannen mit dem 17. Jahrhundert turbulente Zeiten:

Im Mittelalter blieben die Marschenlande aufgrund ihrer Unzugänglichkeit von Kriegen weitgehend verschont. Nachdem jedoch Glückstadt 1616 zur Festung ausgebaut wurde, bekam dieser Ort eine neue strategische Rolle.

In Folge wurde Neuendorf im Jahr 1628 im dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648, euro-päischer Religions- und Staatenkonflikt, der aus dem konfessionellen Gegensatz im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation und dem Gegensatz zwischen Habsburgermonarchie und den Ständen entstand) durch durchziehende Truppen Tillys und Wallensteins bis auf zwei Höfe und eine Kate komplett zerstört. Auch die 1504 errichtete Kirche Neuendorfs wurde ein Opfer der Flammen.
Viele Überlebende flohen in das nahe Hamburg und Altona, wo sie jedoch zum Teil der dort wütenden Pest zum Opfer fielen.

1629 kehrten die ersten Siedler zurück auf ihre alten Hofstellen und begannen trotz bitterer Not umgehend mit dem Wiederaufbau des Dorfes. In dieses Jahr fällt auch der Kirchenneubau.

Jedoch wurde Neuendorf um 1643 (schwedisch- französischer Krieg 1635 bis 1648 als Teil des dreißigjährigen Krieges) sowie ein weiteres Mal anno 1657 (17. und 18. Jhdt. Nordische Kriege Schwedens zur Erhaltung seiner Vormachtstellung im Ostseeraum) erneut in den Kriegswirren durch schwedische Truppen teilweise gebrandschatzt. Der Wiederaufbau begann ein weiteres Mal.

In den nachfolgenden europäischen Kriegen um Macht und Vorrangstellung in Nordeuropa spielte die Kollmarer Marsch keine wesentliche Rolle und blieb verschont. So zeugen heute noch erhaltene historische Gebäude aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert vom erfolgreichen Wiederaufbau.

Im 19. Jahrhundert kam es 1848 -1850 und 1864 zu den deutsch-dänischen Kriegen, in dem Dänemark die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg an Österreich und Preußen verlor.

Den nachfolgenden Weltkriegen konnte sich jedoch auch Neuendorf zumindest mittelbar nicht entziehen. Die Namen der Gefallenen aus Neuendorfer Reihen zeugen von dem Einsatz für das deutsche Vaterland. Bis auf einige Bombentreffer blieb das Gebiet um Neuendorf weitgehend verschont und konnte sich ungestört bis zu dem heute bekannten Bild entwickeln.

Quellen:
  • Brockhaus A-Z Wissen in zwölf Bänden,
    F.A. Brockhaus GmbH, Leipzig 2005
  • „Neuendorf – Geschichte und Geschichten“ Band I bis III,
    Herausgeber: Verein zur Förderung der Heimatpflege in Neuendorf
    bei Elmshorn e.V. 1989

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